Bauanleitung für einen digitalen Bilderrahmen – Teil 1

Ich fotografiere ja schon eine ganze Weile, und die Anzahl der Bilder wird immer mehr. Vor allem die meiner Kinder. Da ausdrucken und hinstellen dafür irgendwann ungeeignet ist, habe ich beschlossen, mir einen digitalen Bilderrahmen in vernünftiger Größe selber zu bauen. Die käuflich erhältlichen mögen zwar schön flach sein und schön aussehen, das Budget für einen 17″ oder gar 19″ ist aber dann schon ziemlich hoch zu veranschlagen.
 Apple iPhone 7 (3.99mm, f/1.8, 1/5 sec, ISO100, 0 EV, Blitz: 24) 


Also selber bauen. Im Keller hatte ich auch noch entsprechende PC-Monitore rumliegen, welche mir dafür geeignet schienen. Die groben Ideen, wie es funktionieren soll, waren auch vorhanden. Folgende Anforderungen hatte ich:

  • das System sollte readonly sein, damit es hart ausgeschaltet werden kann
  • die Bilder sollen von meinem Webspace geladen werden, damit ich nicht ständig Datenträger an den Pi stecken muss
  • eine Auswahl verschiedener Ordner mit Bildern soll möglich sein
  • es soll nur ein Kabel für die Stromversorgung des Monitors verwendet werden
  • Bautiefe war weniger relevant
  • es soll in einem Holzrahmen an der Wand hängen

Mit diesen Vorraussetzungen und nach Ausbau des Displays aus dem Monitor stand auch die Liste der benötigten Bauteile. Was wird gebraucht:

  • ein Display aus einem PC-Monitor, möglichst mit DVI- oder HDMI-Eingang, die Anschlüsse sollten aufgrund der Bautiefe von unten erreichbar sein
  • ein Raspberry PI Zero/w
  • eine Micro-SD-Karte, 8GB sollten reichen, die Karte muss nichts besonderes können
  • ein Adapterkabel Mini-HDMI auf DVI oder HDMI
  • für die Stromversorgung ein Micro-USB-Kabel mit offenen Enden
  • ein Längsregler LM7805 oder vergleichbar
  • Kabel, ein Stück Loch- oder Streifenrasterplatine, Montageband, Schrumpfschlauch, optional zwei Kondensatoren für die Spannungsregelung
  • für den Rahmen je nach Displaytiefe Rahmenleisten (bei mir 50×10), Quadratleisten (bei mir 20×20) und Rechteckleisten (bei mir 30×40), sowie Schrauben, Haken, Ösen, Holzleim etc.

Der elektrische Aufbau

Als erstes muss der Monitor zerlegt werden, um an das Display zu kommen. Ich habe mich entschieden, das Display im Metallrahmen zu lassen und auch Netzteil, Main- und Inverterboard auf dem Display zu belassen. Daraus resultiert allerdings auch eine Gesamttiefe von ca. 6cm.  Apple iPhone 7 (3.99mm, f/1.8, 1/5 sec, ISO80, 0 EV, Blitz: 24) 

Auf der Rückseite des Displays habe ich alle Teile platziert und mit Montageklebeband befestigt. Heißkleber ist aufgrund der Wärmeentwicklung des Displays eher ungeeignet.

Den Längsregler habe ich mit den Kondensatoren auf ein Stück Streifenrasterplatine gelötet, die nötige Betriebsspannung greife ich am Eingang der Spannungsversorgung vom Mainboard ab. Da dort nur 12V verfügbar sind, musste ich auf den Regler zurückgreifen. Um zu wissen, wo ich die Betriebsspannung herbekomme, habe ich mir das Servicemanual mit Schaltbildern von dem Monitor besorgt. Der Regler-IC ist zur Kühlung mit dem Kühlblech auf den Metallrahmen geschraubt.

Vom Regler geht das USB-Kabel zum Pi, von dort das Adapterkabel zum DVI-Eingang des Displays. Das Bedienpanel des Monitors habe ich auf den Holzrahmen geschraubt, es ist für den Betrieb aber nicht zwingend notwendig.

Der Rahmen

… ist selbst gebaut, damit ich die passenden Maße habe. 🙂 Da ich noch nie einen Holzrahmen gebaut habe, war das natürlich eine Herausforderung.

Als erstes habe ich die Rahmenleisten auf entsprechende Länge und mit einer Gehrung gesägt. Die Leisten werden dann miteinander verklebt. Das entstandene „Konstrukt“ hat mit seiner Öffnung dann genau die Maße des Displays ohne Metallrahmen. Jetzt habe ich das Display auf der Rückseite mittig fixiert und den Halterahmen dafür angezeichnet.

Auch hier habe ich dann die Quadratleisten, diesmal ohne Gehrung, gesägt und auf der Rückseite als Innenrahmen verklebt. Ein, zwei Millimeter Platz an den Seiten und oben können nicht schaden, falls man beim Verkleben nicht ganz genau gearbeitet hat und das Display dann schief im Rahmen hängt. Da kann man dann noch ein wenig korrigieren.

 Apple iPhone 7 (3.99mm, f/1.8, 1/5 sec, ISO80, 0 EV, Blitz: 24) 

Zum Schluss kommen die Halteleisten auf den Rahmen. Diese sind breiter als die Quadratleisten, um das Display abzudecken und in dem Innenrahmen zu fixieren. Für Wartungs- oder Korrekturzwecke werden diese auch nicht geklebt, sondern geschraubt.

Eine Leiste kommt oben quer auf den Innenrahmen, die breite Seite der Rechteckleiste auf den Innenrahmen, damit später beim Hinhängen noch ein Spalt zur Wand für die Luftzirkulation ist. Unten kommen zwei schräg geschnittene kurze Leisten über die Ecken, diesmal die schmale Seite auf den Innenrahmen, um die nötige Tiefe zu erhalten.

Ansonsten ist der Rahmen ringsherum offen, damit die Wärme weg kann. Auf die Querleiste werden oben zwei Ösen geschraubt, mit diesen hängt das Display dann in zwei Schraubhaken an der Wand. Ich habe bewusst etwas größere genommen, da das Teil etwas schwer ist. (Gefühlt ca. 5kg)

Im zweiten Teil der Anleitung zeige ich dann die notwendigen Anpassungen und Scripte, damit das Ganze lauffähig wird.

Kommentar Add Yours

Hinterlasse einen Kommentar